Verantwortung im Web 2.0 – Corporate Social Media Responsibility

Zu Anfang drei Thesen 1) Im digitalen Breitbandbandzeitalter durchlaufen wir eine beispiellose mediale Zeitenwende. 2) Parallel befindet sich das internationale Wirtschafts- und Finanzsystem in einer fundamentalen Vertrauenskrise. Und 3) Aus dem passiven Konsumenten ist ein aktiver Prosument geworden, der Kaufentscheidungen und Handlungen zunehmend auch von Bewertungskriterien jenseits des Preisleistungsverhältnisses eines Produktes oder einer Dienstleistung abhängig macht. Die Schlagworte begegnen uns quasi täglich und überall – Web 2.0 oder Social Media, Finanz-, Wirtschafts-, Immobilien- oder xy-Krise und CSR oder Nachhaltigkeit. Wir können diese Phänomene singulär betrachten, doch vielleicht lohnt es sich, nach Schnittmengen und sich bedingenden Argumentationen Ausschau zu halten?

Oder um eine weitere These zu formulieren: Social Media wird eine zunehmend wichtige Rolle bei der Beantwortung der Frage spielen, wie Unternehmen ihre Corporate Social Responsibility interpretieren und sich als Wirtschaftsakteur artikulieren.

Worum geht es hier nicht? Dieser Beitrag wird sich nicht mit dem grundsätzlichen Wert oder Unwert von Social Media auseinandersetzen. Der „Ja, aber“-Diskurs zu Social Media ist bereits hinreichend geführt und wunderbar verarbeitet. (www.opensourcepr.de/2009/11/16/11-populaere-einwande-gegen-social-media/) Praktisch sekündlich schießen neue Foren, Blogs und Tweets zu Social Media aus dem Web-Boden. Auch werde ich mich nicht an der Debatte über Hype und Scheinheiligkeit von CSR beteiligen, ich setze voraus, dass die Herausforderung eines nachhaltigen Wirtschaftens seitens Unternehmen und anderer Mitglieder der Gesellschaft das 21. Jahrhundert maßgeblich beschäftigen werden.

Im Folgenden richtet sich der Blick also ausschließlich auf die Interaktion von CSR und Social Media! Dabei fußen Social Media und CSR auf einem grundsätzlich kompatiblen Verständnis der Begrifflichkeit „Sozial“: Social Media erkennt im Individuum einen integralen Bestandteil einer Informations- und Wissensgesellschaft. CSR versteht das Unternehmen als einen der Zivilgesellschaft verpflichteten Akteur, der in der Wechselwirkung mit seinen Anspruchsgruppen einen Wert für sein Business erkennt. Das sollten doch eigentlich nicht nur in der Theorie gute Bedingungen für eine belastbare Freundschaft sein!?

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