Architekturwettbewerb für Vollendung der „Perlenkette“ abgeschlossen

Neubebauung der letzten Lücke am nördlichen Elbufer in Hamburg-Altona

Der städte- und hochbauliche Architekturwettbewerb "Areal West" für die Neubebauung der letzten Lücke am nördlichen Elbufer in Hamburg-Altona ist abgeschlossen. Damit kann die "Perlenkette" an der Elbmeile vollendet werden. In der ersten Hälfte 2012 will die Fischmarkt Hamburg-Altona GmbH (FMH) den ersten Bauabschnitt starten.


Der von der Fischmarkt Hamburg-Altona GmbH (FMH) im September 2009 ausgelobte Realisierungswettbewerb "Areal West" war bundesweit mit 78 Bewerbern auf ein enormes Interesse gestoßen. 36 Teilnehmer wurden zur ersten Stufe des Wettbewerbs zugelassen, wovon Anfang Dezember 2009 zehn Entwürfe für die zweite Stufe ausgewählt worden waren.

Den städte- und hochbaulichen Architekturwettbewerb zur Neugestaltung des 17.500 Quadratmeter großen Areals zwischen Elbkaihaus und den Columbia Twins hatte die FMH, ein Tochterunternehmen der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), initiiert, um städtebauliche Lösungen für dieses reizvolle, noch letzte bebaubare Areal am nördlichen Elbufer in Hamburg-Altona zu finden.

Eine hochkarätig besetzte Jury, darunter der Hamburger Oberbaudirektor Professor Jörn Walter sowie Dr. Reinhold Gütter, Baudezernent des Bezirks Altona, die Berliner Professorinnen Petra Kahlfeldt und Ulla Luther, sowie Vertreter aller Fraktionen der Bezirksversammlung Altona, hat am 30. Juni 2010 die besten städtebaulichen Entwürfe ausgewählt: Mit dem jeweils ersten Platz wurden die Gerber Architekten (Dortmund) mit der Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH (Berlin) sowie die Schweger Associated Architects GmbH (Berlin) mit der Hager Landschaftsarchitektur AG (Zürich) ausgezeichnet. Der zweite Platz entfällt. Den dritten Platz belegten die APB.Architekten BDA (Hamburg) mit den Rehwaldt Landschaftsarchitekten (Dresden).

Mit der Prämierung der besten Entwürfe schüttet die FMH Preisgelder von insgesamt 200.000 Euro aus. Bei der Neubebauung des Areals will sich die FMH an den Gewinnern des Realisierungswettbewerbs orientieren. Die städtebauliche Lösung soll den Schlussstein der Hamburger "Perlenkette" im Quartier setzen.

Hartwig Sommerfeld, Geschäftsführer der FMH: "Wir sind stolz auf das große Interesse an unserem Architekturwettbewerb und die hohe Qualität der Entwürfe. Die Entwürfe haben eine Bandbreite zwischen futuristischem Design und traditioneller Hafenrandbebauung. Hamburg kann sich auf eine gelungene Verbindung von Tradition und Moderne freuen."

Professor Jörn Walter, Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg: "Die Perlenkette komplettiert sich in der ihr eigenen Art: Mit flachen, gelagerten Baukörpern wird die an dieser Stelle hafentypische Architektur mit Noblesse und einem lebendigen Nutzungsmix in eine attraktive Zukunft geführt. Die Sichtbeziehungen von der Rainvilleterrasse haben Vorrang vor einer zu dichten Bebauung."

Thomas Kuhlmann, Leiter des HHLA Segments Immobilien: "Wie in der Hamburger Speicherstadt verfolgt die HHLA auch am nördlichen Elbufer in Hamburg-Altona die Strategie eines behutsamen Strukturwandels, ohne jedoch die Milieu prägenden Nutzungen zu vertreiben. Unsere Erfolge zeigen, dass wir damit richtig liegen."

In der ersten Hälfte 2012 - in Abhängigkeit von der Marktentwicklung - will die FMH den ersten Bauabschnitt des "Areals West" am nördlichen Elbufer in Hamburg-Altona starten. Die FMH rechnet mit einem Investitionsvolumen von zirka 55 bis 60 Millionen Euro. Das Gesamtprojekt wird voraussichtlich Ende 2015 oder Anfang 2016 fertig gestellt sein.

Wo heute zwischen neuen Gebäuden noch zwei große Tiefkühlhallen für die traditionsreiche Fischwirtschaft das Stadtbild am nördlichen Elbufer in Hamburg-Altona prägen, soll in Zukunft ein architektonisch reizvolles Gebäudeensemble die "Perlenkette" vollenden. Dabei soll der erfolgreiche Nutzungsmix im Fischereihafenareal richtungweisend sein. Gewerbliche, fischwirtschaftliche Strukturen sollen mit Büro- und Wohnelementen, Gastronomie sowie sonstigen Dienstleistungen vielfältig verbunden werden. So ist auch eine gläserne Fischmanufaktur geplant. "Wo anderswo ein ‚Schaufenster Fischereihafen' gebaut wurde, um eine maritime Erlebniswelt zu schaffen, wird hier die Fischwirtschaft im Kontext mit anderen Nutzungen gelebt", sagte Thomas Kuhlmann, Leiter des HHLA Segments Immobilien.

Die Jury hat bei der Auswahl der besten Entwürfe auch ein Augenmerk darauf gelegt, dass die städtebaulichen Lösungen die Sichtbeziehungen vom Geesthang und den öffentlichen Wegen unterhalb der Rainvilleterrasse in Altona auf die Elbe mit Köhlbrand und Hafenpanorama gewährleisten, um die Elbe weiterhin erlebbar zu machen.

Unter touristischen Aspekten ist zudem ein Hotel Bestandteil der Planungen. Eine schrittweise Belebung des alten Fischereihafens könnte wasserseitig das i-Tüpfelchen für eine lebenswerte und erfolgreiche Quartiersentwicklung darstellen. Insgesamt sieht das Projekt eine Bruttogeschossfläche von zirka 27.000 Quadratmetern vor, außerdem sollen 350 bis 400 Stellplätze für Pkw geschaffen werden.

"Das Nebeneinander von Fisch- und Hafenwirtschaft mit sonstigen Dienstleistern gibt dem Quartier seinen Alleinstellungsanspruch, seinen unverwechselbaren Charakter. Tradition und Moderne verbinden sich im Kontext von rund 130 verschiedenen Mietern", sagte FMH-Geschäftsführer Sommerfeld. Nicht zuletzt auch deshalb gilt das Quartier zwischen Neumühlen und der alten Fischauktionshalle als kleine HafenCity Hamburgs.

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